Dunkelbunte Festivals

Ich lese ja regelmäßig das Blog von DieEsel und muss nun sogleich mal den aktuellsten Artikel “Festivalcheck 2010” adaptieren. Aber nicht etwa, weil ich ihn abschreiben will, sondern vielmehr, weil mich das Angebot der spielenden Bands so überrascht hat, als dass ich einfach mal kommentieren möchte, was für mich in Frage kommen würde.

Da ja Pfingsten bereits heute anfängt und ich leider krank darnieder liege (daher kam sich auch meine leichte Melancholie der letzten Zeit, die Krankheit hatte mich wohl schon beschlichen), lasse ich das WGT weg. Aber da gibt es noch viel mehr und mal ehrlich, das WGT ist so anstrengend durch seine Übergröße und den Stress der sich aus den verschiedenen lokal gelegenen Locations bietet, als dass ich wahrscheinlich sowieso nicht hin gegangen wäre. Wohl.

Wir hätten da also drei Festivals zur Auswahl, die allesamt in Deutschland stattfinden und reichlich bekannt sein sollten. Das Berühmteste ist wohl das M’era Luna in Hildesheim. Hier springen mir Bands wie The Sisters Of Mercy (einfach nur kult, Marian), Nitzer EBB (meine zweiten Lieblinge neben Front 242, One Step!) sowie natürlich auch Laibach (ich mag das politische Engagement dieser Künstlergruppe) oder Skinny Puppy (alte Helden von der anderen Seite, now is the onlt thing that’s real.) ins Ohr. Weiterhin würde ich mir natürlich auch mal Placebo und sicher auch Combichrist anhören, letztere wohl allein deshalb, weil this shit me übelst abfuckt *scnr* Ach und da entdecke ich ja auch noch Feindflug, die echt geile Shows bieten sollen. Okay, noch n bissel Elektro-Geschrammel mit historischem Kontext dazu. Das wärs.

Kommen wir also zum Amphi Festival, einem seit 2005 stattfinden und mittlerweile sehr etablierten Ereignis in Köln. Hier entdecke ich Bands wie And One (two sounds, are better than one), Anne Clark (weil ich gerade ein Schläfer in der Großstadt bin, in meiner Dunkelheit), Project Pitchfork, Funker Vogt (weil ich ja auch so ein Tragic Hero bin ^^) und meine Lieblinge Welle: Erdball (die auch immer völlig cool abrocken, mit C=64 an den Arm geschnallt). Das sollte vorerst reichen, denke ich.

Aber jetzt kommen wir zum absoluten Hammer, denn das Blackfield Festival bietet für mich das absolute Highlight. Front 242 ist ein absolutes Muss, gelten die Pioniere des EBM neben Nitzer EBB doch als die größten Großartigkeiten der elektronischen Körpermusik, die Masterhits. Als kleine Zugaben würde ich mir noch S.P.O.C.K. (Star Pilot On Channel K, ich bin damals immer zu Never Trust A Klingon abgegangen) anhören und mich auch :SITD: widmen. Muscle and Hate!

So, und nun ein entspanntes Pfingstwochenende, ich lege mich wieder hin.

Living Feeling like not drunken people, that would be nice.

Nicht Jarvis Cocker

Ausgebrannt bin ich, wohl. Nach solch kruder Feierei ist das immer recht leicht. Aber doch anstrengend, gerade jetzt, ca. 18 Studen später. Der heutige Tag schlängelte sich zwischen leichten Kopfschmerzen und der Unfähigkeit, größere Weiten zurück zu legen, den Regenwolken entsprechend durch graue Schleier. Sozusagen. Um nicht im Pathos zu Enden. Deshalb gibts nun -zwar nicht passend, aber leicht hörbar- noch die grandiosen Pulp mit den Common People. Das muss sein. Und das erkennt wohl jeder, wenn er es hört, vielleicht. Ende.

Pulp - Common People

Peter Steele ist tot

Peter Steel, US-amerikanischer Musiker und Sänger, Bassist sowie Songwriter der Metal-Band Type O Negative, ist tot.

Im August 1995 posierte Steele, der mit seiner Statur und seiner Körpergröße von 2,03 m eine imposante Erscheinung war, nackt für die US-Ausgabe der Playgirl. Als er jedoch erfuhr, dass rund 75 % der Leserschaft homosexuelle Männer sind, von denen ihm einige nun Avancen machen würden und er daraufhin der Häme der anderen Bandmitglieder und der Fans ausgesetzt sei, schrieb er das Lied I Like Goils (dt. Ich mag Mädels). Steele, der laut eigener Aussage russische und isländische Vorfahren hatte, war sowohl für seinen Humor, als auch für Trübsinn und Depressionen bekannt. 2005 versetzte er einige Fans in Aufruhr, da die Startseite der Website von Type O Negative einen Grabstein mit der Aufschrift Peter Steele 1962–2005 zeigte. Das Ganze stellte sich zwar rasch als Scherz heraus, blieb für Peter Steele dennoch nicht ohne Konsequenzen, da er zu dem Zeitpunkt Schwierigkeiten mit dem Gesetz hatte. So musste er 30 Tage Gefängnis wegen Körperverletzung absitzen und der zuständige Richter ließ an Steeles Wohnung in Brooklyn prüfen, ob er wirklich tot sei.

Type O Negative "Black No. 1"

Type O Negative ist eine US-amerikanische Rock- bzw. Metalband, die 1989 bzw. 1990 von den vier aus Brooklyn, New York stammenden Musikern Sal Abruscato, Peter Steele, Kenny Hickey und Josh Silver gegründet wurde. Zuweilen wird die Band auch dem Doom Metal bzw. wegen ihres größten Hits (Black No. 1) dem Gothic Metal zugeordnet.

Mister Sexpistol Malcolm McLaren verstorben [Updated]

Malcolm McLaren

Einer der wichtigsten Protagonisten des Punk, allerdings hinter der Musik, ist am 08.04.2010 seinem Krebsleiden erlegen. Die Rede ist von Malcolm McLaren, dem Entdecker und Manager der legendären Sex Pistols aus England. McLaren gilt als Wegbereiter der kommerzialisierten Punkbewegung, die ihren ursprünglichen Idealen widersprach und zum Mainstream-Musikprodukt mutierte.
Er studierte Kunst an diversen Colleges. McLaren gilt in seinem Wirken als Anarchist und ist beeinflusst von den Situationisten[1]. Er hatte 1972 mit Vivienne Westwood gemeinsam die Boutique Let it rock in London, in der Mode für Teddy Boys verkauft wurde. Die beiden, auch privat ein Paar, betrieben den legendären Klamottenladen “Let it Rock” auf der Londoner King’s Road. Später hieß das Geschäft “Sex”, die Latex- und Leder-Fummel wurden Standard-Outfit einer ganz eigenen Subkultur. 1974 traf er in New York die New York Dolls, deren Manager er wurde und für die er Bühnenkostüme entwarf. Sein Engagement für die Band war jedoch wenig erfolgreich. Dennoch inspirierte ihn zu dieser Zeit die in Amerika aufkeimende Punk-Bewegung. Mitte der 70er kehrte er nach London zurück und benannte den dortigen Laden in Sex um. 1975 wurde er Manager der Band The Strand, die er avantgardistisch einkleidete und die sich alsbald in Sex Pistols umbenannte. 1979 schrieb er sich im Film The Great Rock ’n’ Roll Swindle gar die Erfindung der Sex Pistols zu.


Sex Pistols manager Malcolm McLaren dies

Nach dem Ende der Sex Pistols managte er zunächst Adam and the Ants, trennte sich jedoch rasch von Adam Ant und formierte mit dessen voriger Band die Gruppe Bow Wow Wow. McLaren trat künftig auch selbst als Interpret in Erscheinung (Buffalo Gals, Double Dutch). 1983 war er in Europa einer der Ersten, die sich mit Hip-Hop auseinandersetzten. Nach seiner Beschäftigung mit Hip-Hop und Scratchen, die von Kritikern als Ausbeutung bezeichnet wurde, kombinierte er klassische Opernarien (Album Fans, 1984), (Album Swamp Thing, 1983–1985 Outtakes), Walzermelodien (Album Waltz Darling, 1989) und französische Chansons (Album Paris, 1994) mit zeitgenössischen Popmusik-Elementen. In Folge seiner Beschäftigung mit dem Mbaqanga-Stil aus Soweto für das Album Duck Rock versuchte er 1986 als einer der Ersten, diese Musik auch in Europa bekannt zu machen, indem er die Kompilation Duck Food (Earthworks Records) herausbrachte.

Quellen

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Die Fußnoten des Artikels:
  1. Die Situationistische Internationale (S.I.) war eine 1957 gegründete, linksradikal orientierte Gruppe europäischer Künstler und Intellektueller (darunter politische Theoretiker, Architekten, freischaffende Künstler u. a.), die vor allem in den 1960er Jahren aktiv war. []