Punk


9
Apr 10

Mister Sexpistol Malcolm McLaren verstorben [Updated]

Mal­colm McLaren

Einer der wichtig­sten Pro­tag­o­nis­ten des Punk, allerd­ings hin­ter der Musik, ist am 08.04.2010 seinem Kreb­slei­den erlegen. Die Rede ist von Mal­colm McLaren, dem Ent­decker und Man­ager der leg­endären Sex Pis­tols aus Eng­land. McLaren gilt als Weg­bere­iter der kom­merzial­isierten Punkbe­we­gung, die ihren ursprünglichen Ide­alen wider­sprach und zum Mainstream-Musikprodukt mutierte.
Er studierte Kunst an diversen Colleges. McLaren gilt in seinem Wirken als Anar­chist und ist bee­in­flusst von den Sit­u­a­tion­is­ten[1]. Er hatte 1972 mit Vivi­enne West­wood gemein­sam die Bou­tique Let it rock in Lon­don, in der Mode für Teddy Boys verkauft wurde. Die bei­den, auch pri­vat ein Paar, betrieben den leg­endären Klam­ot­ten­laden “Let it Rock” auf der Lon­doner King’s Road. Später hieß das Geschäft “Sex”, die Latex– und Leder-Fummel wur­den Standard-Outfit einer ganz eige­nen Sub­kul­tur. 1974 traf er in New York die New York Dolls, deren Man­ager er wurde und für die er Büh­nenkostüme ent­warf. Sein Engage­ment für die Band war jedoch wenig erfol­gre­ich. Den­noch inspiri­erte ihn zu dieser Zeit die in Amerika aufkeimende Punk-Bewegung. Mitte der 70er kehrte er nach Lon­don zurück und benan­nte den dor­ti­gen Laden in Sex um. 1975 wurde er Man­ager der Band The Strand, die er avant­gardis­tisch ein­klei­dete und die sich als­bald in Sex Pis­tols umbe­nan­nte. 1979 schrieb er sich im Film The Great Rock ’n’ Roll Swin­dle gar die Erfind­ung der Sex Pis­tols zu.


Sex Pistols manager Malcolm McLaren dies

Nach dem Ende der Sex Pis­tols man­agte er zunächst Adam and the Ants, tren­nte sich jedoch rasch von Adam Ant und formierte mit dessen voriger Band die Gruppe Bow Wow Wow. McLaren trat kün­ftig auch selbst als Inter­pret in Erschei­n­ung (Buf­falo Gals, Dou­ble Dutch). 1983 war er in Europa einer der Ersten, die sich mit Hip-Hop auseinan­der­set­zten. Nach seiner Beschäf­ti­gung mit Hip-Hop und Scratchen, die von Kri­tik­ern als Aus­beu­tung beze­ich­net wurde, kom­binierte er klas­sis­che Opernar­ien (Album Fans, 1984), (Album Swamp Thing, 1983–1985 Out­takes), Walz­er­melo­dien (Album Waltz Dar­ling, 1989) und franzö­sis­che Chan­sons (Album Paris, 1994) mit zeit­genös­sis­chen Popmusik-Elementen. In Folge seiner Beschäf­ti­gung mit dem Mbaqanga-Stil aus Soweto für das Album Duck Rock ver­suchte er 1986 als einer der Ersten, diese Musik auch in Europa bekannt zu machen, indem er die Kom­pi­la­tion Duck Food (Earth­works Records) herausbrachte.

Quellen

Con­tinue reading →

  1. Die Sit­u­a­tion­is­tis­che Inter­na­tionale (S.I.) war eine 1957 gegrün­dete, linksradikal ori­en­tierte Gruppe europäis­cher Kün­stler und Intellek­tueller (darunter poli­tis­che The­o­retiker, Architek­ten, freis­chaf­fende Kün­stler u. a.), die vor allem in den 1960er Jahren aktiv war. []

2
Apr 10

Wie kommt es eigentlich zum Blogtitel Zurück Zum Beton

Wie kommt es eigentlich zum Blogti­tel Zurueck Zum Beton? Nach­dem ich das Buch Ver­schwende Deine Jugend von Jür­gen Teipel gele­sen habe, beschäftigte ich mich eine gewisse Zeit lang mit dieser ersten Gen­er­a­tion des Punk um 1978 herum und den danach entste­hen­den, der Neuen Deutschen Welle oder dem Wave zuzuord­nen­den, Kün­stlern und Bands, die da die 80er prägten und oder noch dem Punk zuzuord­nen waren, aber mit neuen Ele­menten. Eine dieser Bands war S.Y.P.H, eine deutsche Band aus Solin­gen. Mit­glieder der Band wech­sel­ten unter anderem zu den Bands Mit­tagspause, Fehl­far­ben, Die Krupps und Pro­pa­ganda, welche alle selbst sehr groß und berühmt sind und die hat­ten einen Song, der Zurück Zum Beton heißt. Zitieren wir doch mal die Wikipedia: Ihre 1980 erschienene Debüt-LP überraschte durch zwei unter­schiedliche Seiten. Auf der ersten Seite boten S.Y.P.H. kurze und knappe 1 1/2 — 2 1/2 Minuten lange Punkkracher Marke „Zurück zum Beton“ oder „Indus­trie — Mäd­chen“ (unter dem Titel „Große Liebe Maxi“ von den Fehl­far­ben gecovert), auf der zweiten Seite bot die Gruppe exper­i­mentellere und län­gere Stücke, die sich teil­weise an Can anlehn­ten.

S.Y.P.H. - Zurück Zum Beton

Ich bin der Mei­n­ung, der Song spiegelt wun­der­bar das futur­is­tisch kaputte Stadt­bild ver­bauter Landzüge und die No Future Ein­stel­lung Attitüde[1] wieder.

  1. meint hier: Hal­tung, Ver­hal­ten, Gebaren, Ein­stel­lung []