Enabled Disaster

Am Wochenende war ich seit langer Zeit mal wieder zum -als landläufig so bezeichneten- Dark in einer dunklen Diskothek unterwegs. Gemeint ist eine Mischung aus New Industrial, Old/Newschool EBM sowie anderer Klassiker der schwarzen Szene der letzten 30 Jahre.

Zu Beginn war eine Band live on Stage, die sich Enabled Disaster nannten. Sie kommen aus Leipzig und sind seit circa 20081 zu dritt unterwegs, haben ein gewisses Repertoire an Songs und schon diverse Platten bzw. Singles veröffentlicht.

image

Frontman Sebastian Ronny ist definitiv ne “Rampensau”, erinnerte vom Aussehen stark an Douglas McCarthy von Nitzer EBB und hatte auf der Bühne sichtlich Spaß und gewisse Entertainerqualitäten, zum Beispiel als der Strom ausfiel :-)

Treibende Drums mischen sich mit teilweise verträumt schönen Synth-Melodien und treffen auf bewusst einfach gehaltene, mitunter aggressive Gitarrenmuster. So oder ähnlich würden die Randleipziger die musikalische Unterstützung des Mastermind + Vocalisten Sebastian “Dornisaster” D. beschreiben wollen.
Ursprünglich als 1 Mann (+Maschine) von eben Diesem gegründetes Electro-Projekt fand sich recht schnell Unterstützung bei kleineren Liveacts. So auch durch den nun als festem Mitglied zu betrachtenden Stefan (Untenrum) R. (Keyb.). Nach diverser Auftritts- und Studioarbeit ergab sich Okt' 05 die Zusammenarbeit mit Henry “Hudson” W. (Gitarre, Keyb.), welche trotz enormen Zeitdruckes erste gute Resultate zeigen konnte.
2007 bekommt Enabled Disaster nun den letzten Feinschliff vocalistischer und performenzieller Weise durch Ronny (RoPu) P.
Die thematische Palette von Sebastian’s Texten siedelt sich in realitätsnahen Bereichen des Denken und Fühlens an. So spiegeln sich Gefühle von Sehnsucht bis Hass über Wünsche und Unverwirklichte Träume wieder.
Seit September 2008 reiten Enabled Disaster wieder zu dritt weiter.2

Anzeige

Doch leider war es das dann auch schon wieder. Das Besondere meine ich. Die Musik war gute Kost, die Band stand nicht zum ersten Mal auf der Bühne und auch die mitgebrachten Groupies wussten gut zu unterstützten, aber leider fehlte mir das Salz in der Suppe.
Man soll mich jetzt nicht falsch verstehen, Enabled Disaster sorgten mit ihren Songs für gute Stimmung und gingen gut ab. Was ich meine ist eher, dass sie sich überall und aus verschiedenen wohlbekannten Bands der letzten Jahre und verschiedenen Dunkel-Genres bedient haben, und das Kopierte zu ihrem Eigenen machen: es fehlt quasi das Spezielle und Besondere dieser Band, um wirklich ganz nach oben kommen zu können. “Tausend mal gehört, ach, das klingt doch wie…”

image

Ich habe ständig Bands wieder erkannt, die man eben kennt, wenn man solche Musik hört, das ging mit Liedtiteln wie One by One oder gar noch verrückter: Step by Step los und hörte bei der Machart alá :W:umpscut, Tumor, Seelenkrank oder besonders und vor allem auch SITD wieder auf.

Als Beispiel für den Spaß, den der Frontman verbreitete, als er vor diesem Song fragte, welches Lied3 das eigentlich sein könnte, ein kurzer Video-Schnippsel :-)

Noch ein Schnippsel aus Erfurt, nach dem Stromproblem, leider nur hochkant.

Gute Hausmannskost mit dem Song Nitro.

Kraftvolle Action in Hoyerswerda mit Paradise Hell.

Um es ganz nach oben zu schaffen, sollten Enabled Disaster einfach mehr noch ihren eigenen Stil finden und ausbauen, denn das Potential4 dazu haben sie. Ende

Anzeige

Jemand meinte nach dem Auftritt zu mir, “noch vor 10 Jahren wäre es -außer bei Depeche Mode- unmöglich und völlig inakzeptabel gewesen, mit weißem Hemd beim Dark-Wave abzugehen, aber heute können wir das, und es ist super” :-)“ Ein Indiz für eine sich weiter öffnende, schwarze Szene? Ich würde es mir wünschen.

Zwei Schritte vor, doch drei zurück - sie bewegen sich im Einheitsschritt.

Zum Schluss gibt es jetzt noch meinen Song des (Disco)Abends, Pong von Eisenfunk.

Fotos und Videos aus Erfurt © Thomas Neumann


  1. Leider ist ihre Website für biografische Daten down.

  2. Zur Quelle

  3. Tanzt euch tot, zu Depeche Mode!

  4. meiner Meinung nach

Show Comments
Besucherzähler
Creative Commons Lizenzvertrag
zurueckzumbeton Website von TF steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz.