Manuskript

Sonne! Endlich Sonnenschein. Bis zu 30 Grad im Schatten sollen es in dieser Woche werden. Eine Wohltat für alle schimmelnden Ecken und vor Feuchtigkeit und Dreck modernden Gebiete.

Warum ich gerade jetzt daran denke? Als ich am Wochenende durch Wald lief, war es zwar bereits warm, aber allerorts noch sehr feucht und matschig. Die Zeit der Hausarbeiten hat begonnen. Werde mit D. in der Bibo hocken und Dinge schreiben. Großartig übrigens, wie schön so ein Sommer ist, selbst wenn man sich auf dem Weg durch die sommerliche Stadt nur auf dem Weg zur Bibo befindet. Die Leute sind fröhlich, relativ gesehen für Deutschland, es ist viel los, die Luft ist warm aber nicht schwül, man fühlt sich wohl.

Da will man doch einfach nur noch entfliehen, wegfahren… insta_car.jpg Ich kann mich noch gut daran erinnern, vor gar nicht all zu langer Zeit (wie abgedroschen das klingt…), so vor circa einem Jahr vielleicht, da befanden sich in meiner Kontaktliste des Instant-Messengers immer um die 20 Personen gleichzeitig online. Immer war jemand da oder online.

Das ist völlig verschwunden. Wenn nicht längst vergessene ehemalige Arbeitskollegen weiterhin ihren Alltag versüßen würden indem sie hin und wieder mal Kontakt zur Außenwelt via IM suchten, meine Liste wäre ab absolut leer.

Faszinierend, dachte ich doch bis vor zwei Jahren noch, dass Instant Messaging weiterhin seinen Weg bahnt und growt. Damals stießen etliche Kommilitonen zu ICQ oder installierten Skype. Doch dann, ja dann kam Facebook. Und mit Facebook eine neue interne Kommunikation die EMail und Chat verband. Und viele nutzten seitdem nur noch diese Möglichkeit, einfach, weil all ihre Freunde und Kontakte mit denen sie reden müssten sowieso dort sind. Da benötigt man keine Außenwelt mehr, quasi. Dann ist mir noch etwas aufgefallen, unabhängig von diesen internen Facebook-Chat-Möglichkeiten.

Der Trend scheint vom klassischen IM hin zu Diensten wie WhatsApp! zu gehen, also hin zu privateren SMS-ersetztenden Diensten die einfach und leicht über das Smartphone und vor allem von überall zu bedienen sind. Fast jeder hat mittlerweile ein Smartphone mit Internet und durch Dienste wie WhatsAPP! oder iMessage überall und zu jedem den er eh im Telefonbuch hat, sofortigen Kontakt. Perfekt, aber das Ende für herkömmliche IM-Dienste. Tim Pritlove hat eine interessante Hypothese zum Aufstieg der Applikation und zum Rückgang des Browsers, oder vielmehr von Website die im Browser laufen, aufgestellt, die auch in diese Idee mit hinein passt. Dies diskutiert er kurz im aktuellen MobileMacs Podcast. Zwar sind klassische IM-Dienste bereits in Applikationen verpackt und laufen nicht über Websiten, aber insgesamt bin ich der Meinung, dass sich der Desktop-Browser mit seinen jeweils so unterschiedlich aussehenden “Programmen” mehr und mehr zurück entwickeln wird, weil die Vorteile einer App klar auf der Hand liegen: - es wird viel weniger Bandbreite als bei einer Website verbraucht - Ich kann Dinge immer gleich aussehen lassen, - der Nutzer verliert sich nicht im Dickicht der Unterschiedlichkeit - etc… Auf IM oder Alternativdienste im Telefon bezogen bedeutet dies: - IM muss mühselig konfiguriert und die Dienste eingerichtet werden, sie müssen extern registriert werden, jeder Dienst hat eine andere Philosophie - Whatsapp! wird installiert und erkennt allein über das Telefonbuch seines Nutzers dessen Nutzer… - WhatsApp hat jeder dabei, weil er sein Telefon dabei hat - Whastapp kann auch meine Oma, wenn sie schon SMS konnte, - ihr IM zu erklären ist ungleich schwieriger - die App sieht bei jedem exakt gleich aus (das kann IM allerdings auch) Die Idee, mit einer App wesentlich mehr Bandbreite sparen zu können und Dinge zu reduzieren sowie einheitlich und durch die App geführt aufzubereiten, als es eine Browser-Website je könnte, finde ich sehr sehr spannend und ich glaube, dass ist wirklich ein Punkt, der zu beachten sein sollte. Wobei wir hier von der Zielgruppe “normale Leute” sprechen, keine Programmierer, Internetmenschen oder Poweruser. Song des Tages ist Pink Floyds See Emily Play.

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