Sag mir Quando sag mir Wann ich Dich wieder sehen kann

In Reminiszenz an den Tatort letzter Woche und natürlich auch an dieses jetzt zu Ende gehende Wochenende folgt nun Quando Quando der beiden Kessler-Zwillinger :-) Unglaublich großartig!

Im Alter von vierzig Jahren ließen sich die Zwillinge für die italienische Ausgabe des Playboy ablichten. Die Ausgabe war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft.

Die Eltern der eineiigen Zwillinge, der Maschinenbauingenieur Paul Kaessler und seine Frau Elsa – beide musisch interessiert –, förderten die Mädchen früh und schickten sie als Sechsjährige zum Ballettunterricht. 1947 nahm das Kinderballett der Leipziger Oper die Schwestern auf, 1950 bestanden sie die Aufnahmeprüfung der dortigen Operntanzschule. 1952 nutzte die Familie ein Besuchervisum zur Flucht aus der DDR in die Bundesrepublik, wo die Zwillinge ihre Karriere in Düsseldorf im Revuetheater Palladium begannen.

Dort sah sie 1955 der Direktor des Pariser Lido, Pierre Louis Guerin, und verpflichtete sie an sein weltberühmtes Varieté auf den Pariser Champs-Élysées. Dort feierten sie große Erfolge, wie sie später nur noch von einer anderen Deutschen, Marlène Charell, erreicht wurden. 1960 gingen die Schwestern nach Italien, wo sie als erste Frauen im Fernsehen „Bein zeigten“ (auch wenn selbige zu dieser Zeit noch in dicken, blickdichten Strumpfhosen steckten). In Frankreich änderten sie auch ihren Familiennamen von dem in anderen Sprachen graphisch ungewöhnlichen Kaessler in Kessler.

1959 nahmen sie für Deutschland am Eurovision Song Contest teil, drehten diverse Spielfilme in Italien, Frankreich und Deutschland und hatten eigene Fernseh-Shows. Unter anderem wirkten sie in den Filmen Vier Mädels aus der Wachau (1957 – zusammen mit Isa Günther und Jutta Günther), Der Graf von Luxemburg (1957) und Die Tote von Beverly Hills (1964) mit. Mit zunehmenden Alter verlagerten sie ihre Aktivitäten auf anspruchsvollere Stücke. 1976 traten sie am Münchner Gärtnerplatztheater als „Anna I“ und „Anna II“ in dem Ballett Die sieben Todsünden der Kleinbürger von Bertolt Brecht und Kurt Weill auf. Damit konnte die lange geplante Idee verwirklicht werden, ein persönlichkeitsgespaltenes Mädchen von Zwillingen darstellen zu lassen.

Im Alter von vierzig Jahren ließen sich die Zwillinge für die italienische Ausgabe des Playboy ablichten. Die Ausgabe war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. In Italien, wo sie von 1962 bis 1986 ihren festen Wohnsitz hatten, gelten Alice und Ellen Kessler (Le gemelle Kessler) auch heute noch als Ikonen des Fernsehens. Auch in den USA waren die Kessler-Zwillinge gefragt. Viele bekannte Hollywood-Persönlichkeiten ließen sich gerne mit den „deutschen Mädchen“ sehen, so unter anderem Frank Sinatra, Burt Lancaster oder Elvis Presley.

Die Künstlerinnen wurden unter anderem mit der Goldenen Rose von Montreux und dem deutschen „Bundesverdienstkreuz am Bande“ (1987) ausgezeichnet. Für ihre Verdienste um die deutsch-italienische Verständigung erhielten sie den Premio Capo Circe.

Seit 1986 leben die Zwillinge in einem gemeinsamen Haus im Prominentenviertel Geiselgasteig in Grünwald im Landkreis München.

2009 traten die Kessler-Zwillinge zusammen mit Bill Ramsey, Max Greger und Hugo Strasser auf, die zusammen mit der SWR-Bigband die Swing Legenden bilden.

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