Die Kybernauten haben Melbourne erreicht

Mit ihrem Projekt Klangwerk zählen Alexander Abraham und Peter Zweier zu den wichtigsten Vertretern des “Sound of Frankfurt”. Zum Sound Of Frankfurt wird auch unser allseits sehr beliebter und verehrter Sven Väth, damals noch in der Formation OFF! unterwegs, gerechnet. Electrica Salsa. Anfang der 90er Jahre stand dieser Begriff für die aufkeimende Technoszene im Raum Frankfurt/Main und Klangwerk lieferten mit “Die Kybernauten” eine Art Schablone für den späteren Euro-Dance und Techno ab, wenn auch viele Elemente temporär an den bereits erfolgreich etablierten Synthiepop erinnerten.

Zusammen mit dem Produzenten Torsten Fenslau [1] kreierten Klangwerk Ende der 80er Jahre einen Sound, der sich zwar an bekannten elektronischen Strukturen orientierte, aber dennoch erfrischend anders klang. Geprägt von monotonen, leicht unterkühlten Synthieklängen und einem etwas schnelleren Rhythmus, bereitete das Duo mit “Die Kybernauten” der noch jungen Technobewegung einen ersten Hit. Leider blieb es auch nur bei diesem, da sich Peter zusammen mit Torsten Fenslau später anderen Projekten (u.a. Culture Beat Mr. Vain) widmete.

Die Kybernauten sind in einer neu aufgelegten Version erschienen und stehen ab sofort zum Kauf bereit. Weitere Informationen findet ihr hier. KLANGWERK - Die Kybernauten - 1990

[1] Torsten Fenslaus richtungweisendes Werk war The Dream von Out of the Ordinary aus dem Jahr 1988 mit Auszügen aus der Rede I Have a Dream von Martin Luther King. Sein Lebensmotto leitete sich hieraus ab: Träume zu haben und zu verwirklichen. Der Satz „I Have a Dream“ ist auch auf seinem Grab zu lesen. Fenslau war Resident DJ des Dorian Gray im Frankfurter Flughafen sowie Mitbegründer und Stammgast der „hr3 clubnight“. Er gründete sein eigenes Label Abfahrt Records, auf dem er etwa 40 verschiedene Vinyl-Maxi-Veröffentlichungen und eine größere Menge Maxi-CDs produzierte. Am 6. November 1993 verunglückte Fenslau mit seinem Auto in der Nähe von Messel bei Darmstadt und starb anschließend im Elisabethenstift Darmstadt. Angeblich hatte Fenslau bereits einen langen Tag hinter sich, da er sich am Morgen noch in New York befand, um die Musik von Culture Beat zu promoten.

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