Like Blood From the Beloved

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Ich war heute Blut spenden. An sich nichts besonderes, aber mit Anmeldung, Check, Wartezeiten und diversen Gesprächen dauerte es wohl doch circa 3 Stunden. Diesmal war ich nicht beim DRK, wie sonst, sondern einem dieser kapitalistischen Blut-Transferanten die weltweit sehr viel Geld damit verdienen. Aus Gefälligkeit jemandem gegenüber. Und weil man über diese Firma nichts Negatives fand. Zumindest nicht beim oberflächlichen googlen. Auf jeden Fall war es schon ein Erlebnis, irgendwie. Also dieses ganze System dort, angefangen mit den diversen AZUBIS an der Theke welche Neukunden aufnehmen, Telefondienst spielen, Termine machen, Vorklärung tätigen oder den Krankenschwestern die das Plasma -sowie Blutspendeerlebnis zu einem werden lassen und den Ärzten, welche die Checkups der Spender überwachen oder beratend zur Seite stehen. Hammer. Voll der absolute mikroökologische Umherwandel mit der Ware ‘Blut’. 

Ich selbst fließe übrigens mit Blutgruppe A, Rhesus NEGATIV, welche noch ca. 8% der Deutschen aufweisen. Weltweit gesehen sind es noch 7%. Interessant ist die Verteilung der Blutgruppen und Varianten länderweise sowieso, völlig, weil in Korea zum Beispiel nur weniger als 0,1% A- haben. Krass, wah? Dort gibt es für die negativen echt ein Problem bei Blutbedarf.

Die Antikörper gegen den Rhesusfaktor D werden bei Menschen ohne diesen Faktor nur gebildet, wenn sie mit ihm in Berührung kommen. Das kann bei Bluttransfusionen geschehen, bei Frauen auch während der Schwangerschaft, besonders bei der Geburt. Der Name Rhesusfaktor kommt von den Versuchen mit Rhesusaffen, bei denen man im Jahr 1937 diesen Faktor zuerst entdeckt hatte. Medizinisch besonders relevant ist unter diesen der Rhesusfaktor D. Der Rhesusfaktor wird dominant vererbt, deshalb ist das Blutgruppenmerkmal rhesus-negativ selten.

Aber dazu später vielleicht mehr… Denn im Zuge meiner allgemeinen Hämoglobin-Sozialisation ((nur der Fachmann weiß eigentlich, das echte, ursprüngliche Sozialisation nur bei Kindern existierte, aber egal)) bin ich auf die so genannte Bombay-Blutgruppe gestoßen und fand das doch durchaus sehr wissenswert:

Menschen mit der sehr seltenen Bombay-Blutgruppe, auch Bombay-Phänotyp genannt, können nur Blutspenden von anderen Menschen mit diesem Gendefekt erhalten. Es gibt ca. 20000 Menschen mit dieser Besonderheit, davon die meisten in Indien. Bei der Untersuchung auf Blutgruppen erfolgt heute regelmäßig die Untersuchung auf seltene Antikörper. Deren positives Ergebnis muss bei der klinischen Angabe der Blutgruppe jeweils einzeln vermerkt werden. Diesen Patienten kann nur Eigenblut oder Blut von anderen Trägern mit der gleichen Besonderheit gegeben werden. Die Häufigkeit von Anti-H-positiven Merkmalsträgern vom Bombay-Typ beträgt 1:300.000. In Teilen von Indien wird eine Häufigkeit von 1:7.600 beobachtet. Dabei wurde ein hohes Niveau der Blutsverwandtschaft unter den Eltern des Bombay Phänotypus beobachtet. Erstmals wurde dieser Phänotyp in Bombay (seit 1995 Mumbai) im Jahr 1952 von Y. M. Bhende und anderen entdeckt, was zur Namensgebung führte.

Also, spendet doch einfach mal Blut, nicht unbedingt wegen der Bombay-Art, aber generell. Übrigens gibt es für:  - Blut 25 Euro und für  - Plasma immerhin 15 Euro, glaube ich. Es lohnt sich also. Ich persönlich werde mich wohl aber doch wieder auf die Suche nach einer DRK-Blutspende-Station begeben. Einfach, weil mein Gefühl da besser war, auch wenn die nur Brötchen mit Wurst verteilen und keine Geldscheine. Idealisten, oder Gewissen beruhigen, ist eigentlich egal. Blutgruppe - Wikipedia. Bombay-Blutgruppe - Wikipedia

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