Jan machts in Amerika Tag # 3 oder Wo kommt all das Gummi her?


Tja, da ist man 3 Tage in den Staaten, eher zweieinhalb, hat sich gerade erst vom Jetlag entwöhnt und mit der Brachialität der Umgebung arrangiert, da steht plötzlich Kanada auf dem Plan. Eine Gearbox muss geliefert werden. Klar, kein Problem, ich bin natürlich dabei. Eine Kaffeefahrt wie alle sagen. Wie geil ist das denn? USA, und dann die Möglichkeit sich die Niagarafälle anzuschauen? Auch wenn es stressig ist, das muss mit. Definitiv. Also, 8:20 Uhr ist der Start angepeilt, denn ab da ist die größte Morgenrushhour durch und man kann die Straßen „halbwegs" vernünftig nutzen. Kein Mensch kann sich ein Bild davon machen wie es wirklich ist, durch New York City mit dem eigenen Auto zu fahren. Der absolute Wahnsinn. Diese Leute, nennen wir Sie mal nicht Amis da es einfach zu viele Nationalitäten sind, fahren einfach… mein Vater würde sagen: „Betrieb wie in London". Aber das hier übertrifft es. Hardcore eben. Doch auf der anderen Seite haben Sie alles schiss wenn es mal schneller als 65 Miles per Hour wird. Das sind knapp 104 Km/h, also nichts Besonderes für uns. Dennoch gilt es fast überall als maximales Speedlimit. Darunter hängt meist ein Schild welches darauf hinweist nicht langsamer als 40 fahren zu dürfen. Seltsam. Es gibt übrigens in den gesamten USA keine Straße auf der man legal und normal unbegrenzt fahren kann. Das Maximum wie es in einigen Bundesländern existieren soll, reicht wohl ganz selten mal bis zur 75. Auf jeden Fall haben wir brachial verpennt und sind erst gegen 10:30 Uhr losgekommen. Aber immerhin ;-) Ich habe ja schließlich Urlaub. Und Yellow? Der… ähm… hat das Business hier. lach Ach ja, man sieht übrigens ca. alle 10 Meter einen geplatzten Reifen am Straßenrand. Das ist völlig normal. Die Straßen sind echt beschissen. Manchmal steht sogar eine ausgebrannte Karre mitten auf dem Highway, mitten in NYC. Das Problem ist wohl das kein TÜV im herkömmlichen Sinne existiert. Es wird einfach gefahren bis irgendwas auseinander fällt. Deshalb können die ™ auch fahren was sie wollen. Geht es um einen LKW-Transport, so wird meist ein zusätzlicher PKW genommen, dem klebt man eine 5 Meter hohe Stange vorn an den Kühler (die Stange hat die Höhe des LKWs) und der fährt vorn weg. Sollte der an einer Brücke hängen bleiben so passt der LKW nicht durch. Easy, nicht? Klappt aber manchmal nicht. Da ist so eine Brücke eben in der Mitte durchgeschnitten, durch die Fracht des LKW. Natürlich ist dann auch sofort Channel 5 per Hubschrauber vor Ort und berichtet den Sensationsgeilen. So ist es, und das ist alles völlig normal.


Vor jeder Brücke oder ähnlichen, tollen Bauwerken über welche man drüber fahren kann gibt es Mautstellen (Toll Plaza, wie unser angelehntes Toll Collect, nur das es hier funktioniert). Nun trug es sich zu das wir einen Hänger hatten. Dieser Hänger war dummerweise zu breit. „Your Trailer is as big as a Truck, man"! Wir blieben stecken. Auf einer Straße die von ca. 3 Mil. Autos am Tag befahren wird. Vor der George Washington Bridge, eine Verbindung zwischen New York und New Jersey. 10 Mautdurchgänge, 2 für LKWs, einfach so verteilt, ohne erkennbaren Zusammenhang, eine permanente Autokolonne und verschiedene Bezahlsysteme. Wie zur Hölle soll man nun wissen das man a) einen zu breiten Hänger für PKW hat, b) nur dort drüben der richtige Durchgang ist, c) das Bezahlsystem dort zufällig auch passt und d) man nur so da durch kommt? Ich glaube gar nicht. Na egal, zwei Germany-Guys bleiben eben mit Ihrem Hänger in der Mautstelle hängen, auf dem Highway, Interstate 95. Die nette Mautangestellte hat uns dann aus der Klemme raus gebrüllt. Yellow schaltete auf 4x4 um und es machte Plopp. Wieder frei. Ich muss kurz erwähnen das Yellow im Eifer des Gefechts statt Ma'am plötzlich SIR zur Kontrollfrau sagte. Ich denke erst ab diesem Moment war Sie wirklich sauer ;-)

Ach ja, die Autoreifen. Wie schon oben erwähnt hat man ca. alle 5 Miles einen kaputten, zerplatzten Reifen (blown tires) am Straßenrand liegen. Sieht befremdlich aus. Unsere Reifen sahen auch nicht so gut aus und ich belustigte mich schon die ganze Zeit. Plötzlich sieht Yellow fliegendes Gummi im Rückspiegel. Als ich zu meiner Seite raus sah… war diesmal UNSER Reifen geplatzt. What the fuck? Wir haben ein 3 Tonnen schweres Getriebe auf dem Hänger und von diesem fliegt uns der Reifen um die Ohren? Scheiße! Sofort an den Straßenrand gefahren und gehalten. Mitten auf der Interstate 81 Richtung… ähm… North. Die teilen ihre Straßen in Himmelsrichtungen und Nummern. Nebenher hämmern die Trucks vorbei, welche übrigens genauso schnell wie PKWs fahren dürfen, und mit zwei Typen, die sich über einen geplatzen Reifen freuen. Der Eine telefoniert, der Andere macht Fotos. Ist ja schließlich All Inclusive Abenteuerurlaub ☺ Road Trip oder so. Na egal. Chef erklärt wir sollen direkt in das komische Village hier fahren. Okay, Hänger aufgebockt, Rad runter. Von vorn bis hinten direkt in der Mitte aufgeschlitzt. Unglaublich. Gut das uns bei dem Gewicht der Ladung nichts passiert ist. Wenn der Trailer rumgerissen wäre… Naja. Wäre wir eben auf Skynews oder so gelaufen. ;-) Im Dorf angekommen erstmal tanken. Scheiße, die rechten Zapfsäulen sind wieder Full Service. Unglaublich. Es kommt ein Mann, sagt „hdfdho" man antwortet, er nimmt die Credit Card, man sagt „Full please" der stopft den Schnorchel in die Karre und tankt 100 Liter. Dann putzt er die Scheibe und wir haben jedes Mal kein Geld um Ihn zu bezahlen, finden aber dennoch 2 Dollar und geben Sie ihm. Dabei wollten wir selbst tanken, die Scheibe war sauber und auch sonst… wir sind eben Ausländer. Der Mann sagt uns wo es Used-Tires gibt. Geht in Deutschland gar nicht. An jeder Ecke ein Laden mit grbauchten Reifen. Aber hier schon, hier fallen sie ja auch ständig auseinander. Na egal, denn hinter der nächstenn Straßenecke treffen wir… Paolo.

Er schreit so: „Yo ma Man, where is the fucking tire with the pain in the ass?“ Hmm, er guckt sich das Teil an und meint: "Shit, this is a Trailer-Tire, I bought one, but I just selled it”. Hmm, er rennt so rum, kommt nach 10 Minuten wieder und meint: “I have a used one. About 40 Bucks (oder Bugs)”. Okay, gekauft! 45 Minuten später sind wir mit unserem neuen Reifen auf dem Weg zum „allein auf einem Highway zurück gelassenen Hänger" ™. Das interessiert keine Sau. Hier ist alle 10 Meter Polizei, aber wenn man sie mal braucht, ist keine da. Unser hänger steht nach 2 Stunden auch noch so rum wie vorher. Inklusive Gearbox. Ach ja, das verrückte war auch: Bevor wir Reifen-Toni getroffen hatten standen wir in einer Porsche-Werkstatt. Die neusten Carrera usw. Unglaublich. Da standen quasi 5 Millionen Dollar in einem alten Lagerhaus mitten in der Pampa, verdammte Yankees smile. Die hatten natürlich keinen Reifen für uns ☺ Nur für einen Porsche. Ach ja, die Position des Hängers speicherten wir noch schnell in den Magellan ein um Ihn später wieder zu finden. Tolle Technik! Hat nämlich alles reibungslos funktioniert.

Herrliches Land, kann einem doch irgendwo in der „Pampa" der Reifen platzen und man ist dennoch nicht verloren.

So, weiter geht’s später, _Yellow hat nämlich glorreich gleich beide Feuerzeuge mitgenommen. Man darf maximal einen Lighter mit an Board eines Flugzeuges nehmen. Deshalb herrscht permanenter Feuerzeugmangel. Und ich muss mich jetzt mal in einen kanadischen Einkaufsladen begeben um Eins zu kaufen. Ach ja, amerikanische Dollar gehen genauso, man bekommt eben nur Kanadische als Wechselgeld zurück. By the way funktioniert mein Handy hier nicht. –> Kündingen, Yellow seins geht nämlich auch, das selbe Modell, anderer Provider!

Wir mussten schon wieder tanken. Der Dodge nimmt normales Benzin, “unleaded_”. Und zwar -mit dem Hänger- so alle 200 Miles. Diesel kostet hier bedeutend mehr, liegt eventuell auch wieder an staatlichen Subventionen oder so ähnlich. Auf jedenfall sind wir gleich zu Subways gegangen und haben uns ein 3 Foot Baguette bestellt.

Hardcore. Der Laden und die angeschlossene Tankstelle waren das Dreckigste was ich bisher sah. Im absoluten Niemandsland am Highway. Noch immer Interstate 81.

Auf jedenfall hingen in diesem Laden gleich zwei Auszeichnungen für den größten jemals erwirtschafteten Umsatz in einem gewissen Zeitraum. Und das ist eben der Standard, make money fast, Business! Das Baguette war dennoch der Hammer, Subways kann ich in Deutschland nur jedem empfehlen.

3 Fuß sind übrigens ca. 91,5! Zentimeter. Kann eigentlich kein Mensch verzehren, aber was solls? :-) Ich hab ja Urlaub.

Mittlerweile war es Nacht. Noch ca. 5 Miles bis zur Amerikanisch-Kanadischen-Grenze. Vollbremsung! Da standen 5 Rehe mitten auf der Interstate. Hardcore. Beinahe hätte es den Hänger rumgerissen. Böse Falle. Es sind gottseidank keine ausländischen Tiere zu Schaden gekommen und auch unser Dodge blieb heil. Okay. Eine Mautstelle. Diesmal gleich die korrekte Truck-Durchfahrt genommen. Man lernt ja zum Glück aus vorhergehenden Fehlern lach Eine Brücke. Leider zu Dunkel zum Fotografieren. Das Teil war riesenlang und extrem hoch, dafür aber wieder nicht sehr breit. Gepasst hat es trotzdem. Wenn es einen Ontario-River gibt dann haben wir den bestimmt damit überquert.

Ahh, die Grenze. Na nun bin ich ja mal gespannt.
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_So, weiter geht’s wieder später, ich fahre erstmal zu Mittag speisen.

Das Essen war gut, es gab Meatlovers Pizza for the German Guys, weil die Deutschen ja nur Fleisch essen ;-) Geschmeckt hat es trotzdem, war soviel wie für 3 Personen und bestimmt so ungesund wie alles andere auch. Aber so lebe ich ja in Deutschland ebengleich.

Nun bin ich mit einem uralten Angestelten der Company durch die Gegend gefahren, saß mit den Firmenchefs rum und habe deren Internet benutzt. Yellow musste die Gearbox mit den Anderen umher wuchten. Nette Leute für Fremde, das muss man schon sagen.

Jetzt sind wir sogar noch im Hotel in Ottawa,der kanadischen Stadt mit den höchsten Taxes (Steuern). Es ist eine Stadt mit viel Staat lol eine Menge der Einwohner arbeiten fürs
Government. In einer Stunde gehts ins Nightlife, gibt wohl 4 Colleges und 2 Universities, da fängt ab Donnerstach immer schon das Wochenende an.

Ich werde die Story später in einem neuen Beitrag weiter führen, hier wird es sonst zu unübersichtlich. Tschüss. Jan.Canadan
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Ach ja, der Link zu den Bildern von Tag 3
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Was bisher geschah:
Jan machts in Amerika Tag # 3
Jan machts in Amerika (Planänderung)
Jan machts in Amerika (amerikanische Milch)
Jan machts in Amerika Tag # 2
Jan machts in Amerika Tag # 1

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