Hmm... (Highway to hell)

5:20 Uhr leutet das Telefon. Die Weckfunktion vielmehr. Wie ein Berzerker springe ich auf und stelle fest, 20 Minuten zu spät. In schlaflos-komatöser Schwerfälligkeit steige ich in meine Klamotten und wanke ins Bad. Zähneputzen. Die halbe Zigarette im Mund schmeckt wahrscheinlich so wie die Welt nach einem atomaren Endschlag. 5:26 Uhr, nun im Auto, alle Fenster mit Tau überzogen. Die Karre springt an. Sensationell. Noch immer tiefste Nacht. Meine Scheibenwischer sind irgendwie so alt, ich glaube das Gummi ist zu Stahl geworden. Der Tau verschwindet nicht, egal! Ich fahre trotzdem los, weiche dem elenden Flugsaurier in der Einfahrt aus und weiter zur Tankstelle. Ich muss mir einen dieser legendären Büchsenkaffees kaufen. 1,35 Euro für 0,25 Liter. Wahnsinn. Ich überlege ob ich nicht lieber in der Apotheke einkaufen gehe. In der Tankstelle ein Bauarbeiter mit Hörgerät. Auf dem Tresen die Bildzeitung. Headline: “Tragödie im Zoo. Eisbär zerfetzt Pfleger, Mann rettet blutüberstörmtes Kind.” ich stelle schlaftrunken fest: Danke, Bild, Danke und gebe das Lautstark an den Bauarbeiter weiter. Der mustert mich mit seiner geballten Rohheit und legt 65 Cent auf die Theke um sein Exemplar dieser reißerischen Story mitzunehmen. Ähm… Wenig später fliege ich mit 80 hinter einem Bus über die Landstraße, irgendwie blendet alles, es ist noch immer Nacht. Da, die längste Baustelle der Welt, mit Apmpelzeiten von 15 Minuten. Vergessen einzuplanen. Die Ampel ist in der Nacht umgefahren worden und blinkt nur gelb. Yes! Ich fahre einfach auf der abgesperrten Seite um entgegenkommenden Fahrzeugen ausweichen zu können. Vollbremsung! Ein Loch. Deshalb die Absperrung also. Um Haaresbreite dem Tod von seiner 60 PS-Schippe gesprungen. Und weiter gehts… Ein LKW. Brummend und viel zu langsam. Am Steuer ‘ne seltsame Gestalt, halb Mensch, halb Geist, und viel zu alt. Überholt! Schiebedach öffnen und die nächste Zigarette rauchen. Im Halbschlaf verkehrt herum angezündet und sich über den Schaumstoff wundernd, schon wieder glühend zwischen die Sitze geworfen. Wildes Gefummel begleitet von waghalsigen Lenkmanövern, der Blick auf die Straße sollte doch öfter als nur alle 3 Sekunden passieren. Erledigt, Finger pechrabenschwarz, Jeans auch, Zigarette ist aus. Das hat nur 3 Minuten gekostet. Im Wahn schon Fata Morganas sehend das vorfahrende Auto beobachtend, mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit eingeholt. Eine Kamera. Da blinzelt ein roter Scheinwerfer und eine Kamera aus der Heckscheibe entgegen. Alles klar, wiedermal ein Blitzer der aus der Nachtschicht nach Hause fährt. Oder ins Revier, die 8500 Euro Bußgeld abrechnend fährt auch dieser zu schnell. Das Überholen lieber auf später verschoben, in die Stadt eingefahren. Stillstand. Mitfahrer eingesammelt. Kurz über gewisse Vorkommnisse und das Zuspätkommen berichtet, weiter gehts…

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